Mit dem Quad durch das Heilige Tal der Inka

unsere Quads

Das Wochenende war gänzlich dem Valle Sagrado bzw. dem Heiligen Tal gewidmet. Es liegt ca. eine Autostunde von Cusco entfernt und erhielt seinen Namen aufgrund der fruchtbaren Erde – ideal für den Anbau verschiedenster Gemüse- und Obstsorten. Deshalb war ich aber nicht dort. Vielmehr interessierten mich die zahlreichen Ruinen von Inkastädten – alle für sich eine Besonderheit. Eine Quad-Tour sorgte für zusätzliches Adventure-Feeling, dazu aber später mehr.

Am Samstag ging es mit einer 15-köpfigen Gruppe von Amerikanern, Italienern, Brasilianern usw. zuerst nach Pisac, einen kleinen Ort, der v.a. für seinen Wochenmarkt bekannt ist.

Durchfahrt durch Pisac
Durchfahrt durch Pisac

Marktstände von Pisac
Marktstände von Pisac

Alpaca-Figuren
Alpaca-Figuren

bunte Stofftaschen
bunte Stofftaschen

bunte Steine
bunte Steine

Kinder spielen beim Markt
Kinder spielen beim Markt

In der Nähe liegt auch die gleichnamige Inka-Ruine: eine Bergfestung, die – wie die meisten anderen Inkastädte auch – in drei Zonen aufgeteilt ist:

  1. den Agrikulturbereich, der aus Terrassen für den Anbau von Getreide und Gemüse bestand
  2. den Wohnbereich
  3. den Tempel- und Repräsentationsbereich (hier waren die Gebäude im typischen Inka-Baustil aus großen Steinquadern erbaut).

Blick auf die Terrassen von Pisac
Blick auf die Terrassen von Pisac

Blick von den Terrassen auf das Heilige Tal
Blick von den Terrassen auf das Heilige Tal

Ruinen der Wohngebäude
Ruinen der Wohngebäude

Smile!
Smile!

Fahrt zum Mittagessen - werden wir den Topf voll Gold finden?
Fahrt zum Mittagessen – werden wir den Topf voll Gold finden?

Distel-Ausblick
Distel-Ausblick

Nach dem Herumgekraxel durch die Ruinen ging es zum Mittagessen. Ein köstliches Buffet aud regionalen Speisen inkl. Schweinefuß-Ragout, Alpaca-Carpaccio und kartoffeliger Speisen erwartete uns.

Gestärkt ging es weiter zur nächsten Ruine – Ollantaytambo. Die Besonderheit hier: Überreste eines Sonnentempels aus einem einzigen Felsblock, Wachtürme entlang der Felsen (die Stadt war der letzte Ort auf dem Weg zur Stadt der Wohlhabenden: Machu Picchu). Brunnen versorgten die Stadt mit frischem Wasser aus dem Gebirge. Heute laufen dort neben den vielen Touristen ein paar neugierige Alpacas herum.

Blick hinunter auf die Stadt Ollantaytambo
Blick hinunter auf die Stadt Ollantaytambo

Mauern der Verwaltungsgebäude
Mauern der Verwaltungsgebäude

Teil des Sonnentempels
Teil des Sonnentempels

Intakte Wasseranlage
Intakte Wasseranlage

Alpacas im Ruinenareal
Alpacas im Ruinenareal

Fels mit eingebauten Wachanlagen
Fels mit eingebauten Wachanlagen

Letzter Programmpunkt: Chinchero ein Dorf, das auf den Überresten des Sommersitzes einiger Inka-Könige erbaut wurde und über einen riesigen Hauptplatz verfügt. Von dort aus ist der Blick auf die Berge fantastisch! Die Kirche, die dort steht, enthält wunderschöne Fresken und einen detailliert verzierten Dachstuhl aus Holz aus dem 17. Jahrhundert. Leider war es nicht erlaubt, Fotos im Inneren der Kirche zu machen.

Kirche und Hauptplatz von Chinchero
Kirche und Hauptplatz von Chinchero

Eingangstor der Kirche
Eingangstor der Kirche

Ruinen der Inka-Sommersitzes
Ruinen der Inka-Sommersitzes

Der Sonntag war mein erstes persönliches Highlight: Mit fünf anderen Studenten ging es nochmal ins Heilige Tal zum Quad fahren. Mit dabei war auch meine neue Zimmermitbewohnerin Lotte aus Utrecht – eine frisch gebackene Frau Doktor, die für sechs Wochen in Cusco bleiben wird, um ihr Spanisch perfektionieren und ein Praktikum in einem Krankenhaus zu machen. In Chinchero warteten bereits in Reihe und Glied die Quads auf uns. Aufsitzen – Motor an – Bremsen und Gaspedal finden – Helm aufsetzen und Handschuhe anziehen – beide Hände fest auf den Lenkern. Dreimal ging es die Straße rauf und wieder runter, bis die Quad-Kolonne endlich in die Pampa losdüste.

Das Quad-Team
Das Quad-Team

Unsere Quads
Unsere Quads

Lustig, wie das Gerät und man selbst durchgerüttelt wird, wenn es über Stock und Stein geht. Jede kleine Bewegung der Lenker wirkt sich sofort auf die Fahrtrichtung aus. Also besser einfach über Hindernisse fahren, wenn man nicht irgendwann im Graben landen oder eine Klippe hinabstürzen will.

großartige Landschaft
großartige Landschaft
Tank Girl auf dem Quad
Tank Girl auf dem Quad

Mit der Zeit fand ich immer mehr Vertrauen in mein Quad – bis auf die Tatsache, dass die Tankanzeige ständig blinkte…das war aber anscheinend normal. Ich fühlte mich wie Tank Girl, das durch die Wüste ratterte. Kein Stein war zu groß, keine Grube zu tief. Bis zu dem Moment, als uns eine Herde aus Schafen und Kühen den Weg versperrte. Kein Problem – dachte ich, und pirschte mich langsam und vorsichtig an den vielen Schafen vorbei. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die Kuh, die genau neben mir stehen blieb. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie mich an und begann aus voller Kehle zu muhen. Sie wirkte definitv nicht sehr zufrieden. Was tun? Vor allem hoffen, dass sie nicht auf die Idee kommen würde anzugreifen. Das Glück war mir hold und plötzlich rannten alle Schafe vor mir von der Straße. Als auch das letzte Lämmchen zur Seite gehüpft war, erkannte ich meine Chance und düste los, um unbeschadet die Tour fortzusetzen.

Rund drei Stunden ging es insgesamt mit dem Quad durch die Landschaft des Heiligen Tals, ein Ausblick schöner als der andere. Hier ein paar Eindrücke:

Valle Sagrado - Landschaft
Valle Sagrado – Landschaft

Valle Sagrado - Landschaft die 2.
Valle Sagrado – Landschaft die 2.

Herde vs. Quads (und links die Kuh)
Herde vs. Quads (und links die Kuh)

Valle Sagrado - Landschaft die 3.
Valle Sagrado – Landschaft die 3.

Zwei Zwischenstationen gab es:
1. Die Inka-Terrassen von Moray: Die ringförmig angelegten Terrassen reichen bis zu 70 Meter in die Tiefe. Die Inkas nutzten sie als eine Art Versuchsplattform für den Anbau von Getreide- und Gemüsesorten (jede Terrasse verfügt aufgrund der Temperaturunterschiede über ein eigenes Mikroklima) und zum Kreuzen von unterschiedlichen Pflanzenarten.

Terrassen von Muray
Terrassen von Muray

2. Die Salineras bzw. Salzterrassen von Maras: Ein erster Blick über die Klippe bietet eine wahre Überraschung – inmitten der braunen Gesteine befindet sich eine Aneinanderreihung kleiner, weißer Salzbecken, die im Sonnenlicht glänzen. Rund 3.000 sind es. Schon die Inka leiteten das salzhaltige Wasser aus den Bergen über ein Kanalsystem in die einzelnen Becken. Durch die intensive Sonnenenstrahlung verdunstet das Wasser und auf der Oberfläche bilden sich Salzkristalle – das “weiße Gold der Anden”.

Blick auf die Salzterrassen
Blick auf die Salzterrassen

Blick auf die einzelnen Salzbecken
Blick auf die einzelnen Salzbecken
Die Salzterrassen in voller Pracht
Die Salzterrassen in voller Pracht

Durchgerüttelt und etwas frierend vom kalten Fahrtwind waren wir knapp nach Sonnenuntergang zurück in Chinchero. Müde aber sehr zufrieden parkten wie unsere Quads wieder in Reihe und Glied und klopften den vielen Staub, der sich auf der Tour an uns geheftet hatte, von unserer Kleidung. Morgen wird es viel zu waschen geben!

2 Kommentare

  1. Judith sagt: Antworten

    Sehr lustig der Wettkampf mit der Kuh,wer zuerst wegguckt!😂

    1. Anna Tauschitz sagt: Antworten

      Naja in dem Moment war mir echt etwas anders zumute. Aber ist ja zum Glück alles gut gegangen 😉

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