CAMAUTA in Cusco

Perunanerinnen mit Lama

Nach einem entspannten Vormittag in Lima in Form eines Spaziergangs durch Miraflores und eines köstlichen Mittagessens mit Renzo im Lobo de Mar (es gab das Nationalgericht Ceviche) ging es mit dem Flugzeug nach Cusco. Da die Stadt auf rund 3.400 m Höhe liegt, hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl: Würde mich wie viele andere Neuankömmlinge die Höhenkrankheit bzw. “Soroche” erwischen? Schwindel, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Erbrechen und Fieber über Tage hinweg sind hier die üblichen Symptome.

Über den Anden

Doch im Flieger hatte ich kaum Zeit mir noch darüber Gedanken zu machen. Ein sehr motivierter Franzose aus Berlin verstrickte mich in Gespräche, sodass ich erst beim Hochhieven meines Backpacks vom Gepäcksband merkte, dass mir etwas Luft fehlte. Beim Ausgang empfingen mich zwei Mitarbeiter von der Sprachschule, in der ich die kommenden fünf Wochen meine nicht existenten Spanischkenntnisse auf ein reisetaugliches Niveau bringen möchte. Im Taxi wurde ich dann sogleich auf “Camauta” umgetauft = Cam (“Du siehst ja aus wie Camern Diaz!”) + Amauta (Name der Sprachschule). Ich hoffe dennoch, dass sich mein richtiger Name durchsetzen wird.

Der heilvolle Kokatee

In der Sprachschule angekommen, ging es dann erst richtig los: Mir wurde eine Tasse mit frischem Kokatee in die Hand gedrückt (soll der Höhenkrankheit vorbeugen und nein, der Tee hat nicht die selbe Wirkung wie die bekannte Droge). Anschließend durfte ich meine Sachen in mein (sehr spartanisch eingerichtetes) Zimmer stellen, um dann gleich wieder in den Aufenthaltsraum zu kommen, denn: Der Tag meiner Ankunft (23.9.) war auch der Tag der “Festa de los Estudiantes“, also der Feiertag der Studenten. Und wer wenn nicht eine Sprachschule sollte dieses Tag gebührend feiern!

Alle Studenten versammelten sich also im Raum und die Feier startete mit einem Quiz über Peru. Auf wundersame Weise habe ich sogar recht viel verstanden und beantworten können. Zwischendurch gab es kleine peruanische Häppchen und Pisco Sour. Das große Finale war die Torte, die mein Team als Zweitplatzierte gewonnen hatte. Wer danach noch Lust hatte, konnte an einem Bachata-Kurs teilnehmen – also nichts wie hin! Wegen des ungeraden Männer- und Frauenanteils hatte ich sogar das Vergnügen, Bachata aus der männlichen Perspektive kennenzulernen. Hat jedenfalls eine Menge Spaß gemacht, die anderen Mädels durch die Gegend zu wirbeln.

Gegen 23 Uhr betrat ich erschöpft aber beschwingt mein Zimmer – und erlebte einen regelrechten Kälteschock. Aus mir unerfindlichen Gründen gibt es in Cusco, wo es nachts auf bis zu 0 Grad Celsius runterkühlt, keine Heizungen. Die dicken Mauern und einglasigen Fenster machen die Situation nicht besser. Darum hieß es erstmal dicke Socken anziehen und die übrigen Wolldecken, die noch herumlagen, zu schichten. Ich schlafe seitdem mit drei Wolldecken und einer Überdecke. Ich denke/ hoffe, ich gewöhne mich irgendwann daran. Wer mich also noch bis vor Kurzem beneidet hat, dass ich ins warme Südamerika fliege: Freut euch in Mitteleuropa, dass es trotz kalter Außentemperaturen schön warm bei euch zuhause ist. (Beneiden dürft ich mich dann aber, wenn ich in Argentinien bin!)

Das Wochenende verbrachte ich vor allem damit, Cusco kennenzulernen und erste Kontakte zu anderen Sprachschülern zu knüpfen. Gar nicht so einfach, denn etwa die Hälfte aller Schüler ist abgereist, um den Spanischkurs an einem anderen (wärmeren!) Ort fortzusetzen. Vielleicht sollte ich das auch noch machen…

Plaza de Armas
Plaza de Armas von Cusco

Cusco ist jedenfalls eine wunderschöne Stadt mit einem großzügigen Hauptplatz (Plaza de Armas…so heißt wohl jeder Hauptplatz in einer peruanischen Stadt), großen Kirchen, einer architektonisch spannenden Mischung aus alten Inkamauern und spanischen Kolonialgebäuden, sehr vielen Touristen und folglich auch tausenden Souvenirläden. Was mich aber am meisten beeindruckt, sind die bunt gekleideten Peruanerinnen, die an gefühlt jeder Straßenecke sitzen und mindestens ein Lama oder Alpaca neben sich stehen haben – oder ein Babylama im Arm halten. Fest steht: Wer ein Foto will, muss mindestens sechs Soles (rund 1,50 Euro) zahlen. Ich habe es mir zum Sport gemacht, den starken Zoom meiner Kamera zu testen und die Fotos unbemerkt zu machen. Das Resultat siehst du hier:

Perunanerinnen mit Lama
Peruanerinnen mit Lama

Eine weitere Überraschung, die mir Cusco bot, waren die vielen Feierlichkeiten. Bisher gab es an jedem Tag einen Umzug zu Ehren eines Heiligen oder aus irgendeinem anderen Grund. Heute (Sonntag) ging es beispielsweise wie im Fasching/ Karneval zu: Alle Kinder waren verkleidet und zogen in einer Kolonne über den Hauptplatz. Da die Peruaner als ein feierwütiges Volk gelten, dürfte das noch öfter vorkommen.

Feierlicher Umzug auf der Plaza de Armas
Feierlicher Umzug auf der Plaza de Armas

Kinder präsentieren ihre Kostüme
Kinder präsentieren ihre Kostüme

Jetzt sitze ich in meinem kalten Zimmer, eingewickelt in meine vier Deckenschichten, und freue mich auf morgen, wenn mein Spanischkurs startet. An der Höhenkrankheit bin ich bisher übrigens nicht erkrankt. Lediglich schnelle Bewegungen und Treppensteigen bringen mich etwas außer Atem. Perfekt, um meinen Aufenthalt hier möglichst entspannt anzugehen.

Hier noch ein paar Eindrücke von Cusco:

Plaza de Armas
Plaza de Armas
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Hippie oder Normalo – was ist dein Favorit?
Mein neuer Freund, das Lama
Mein neuer Freund, das Lama
DIE Frisur!
DIE Frisur!
Frischer Mandarine-Ananas-Saft mit Ausblick
Frischer Mandarine-Ananas-Saft mit Ausblick
Inkamauer meets Kolonialarchitektur
Inkamauer meets Kolonialarchitektur
Alt mit Stil
Alt mit Stil

4 Kommentare

  1. Anna Greger sagt: Antworten

    Hallo Anna! Mein Favorit ist derHippie! Leider ist unser Garten zu klein.Super schöne Fotos!!Liebe Grüße aus Pliening.

    1. Anna Tauschitz sagt: Antworten

      Hallo Anne! Ach ich denke der hätte reichlich Platz bei euch! Und würde auch noch schön warme Kleidung im Winter geben! 😉 Liebe Grüße nach Pliening!

  2. Ale sagt: Antworten

    Annina!!! Noto con piacere che tutto procede alla grande! Adoro i tuoi racconti e le tue foto!!!
    Mi sembra di viaggiare un po’ insieme a te 🙂
    Un bacio grande da Parigi e occhi aperti, sempre!!!
    Ale

    1. Anna Tauschitz sagt: Antworten

      Grazie tesoroooo!!!! :-*

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